Ich will mein (Berufs)leben neu gestalten: Wo fange ich an?

 
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Wenn du dich gerade damit beschäftigst, dein Berufsleben neu zu gestalten, bist du wahrscheinlich in deinen Gedanken viel in der Zukunft unterwegs:

  • Ich will etwas verändern, aber wohin soll diese Veränderung gehen?

  • Werde ich je eine Arbeit finden, in der ich glücklich bin?

  • Ich will etwas Sinnvolles mit meiner Arbeit tun, aber wie kann das aussehen?

  • Ist das Angestellten-Dasein wirklich das richtige für mich oder will ich zukünftig lieber selbstständig arbeiten?

  • Wo will ich zukünftig überhaupt leben?

  • Wie will ich arbeite: von zu Hause aus oder in einem festen Büro oder Atelier?

  • Wie genau könnte mein kreatives Business aussehen?

  • Werde ich mit dem, was mir Freude bringt und was sich sinnvoll anfühlt, je genug Geld verdienen?


Deine Gedanken kreisen immer schon um ein imaginäres Ziel und du verzweifelst daran, dass du es nicht genau erkennen kannst, da es noch unklar und diffus irgendwo am Horizont ist. Gleichzeitig willst du voller Energie loslaufen, nur weißt du leider nicht genau in welche Richtung. Am Ende drehst du dich entweder im Kreis oder stehst wie gelähmt da und bewegst dich gar nicht. Gleichzeitig scharrst du mit den Hufen und bewegst dich kein Stück fort. Das ist frustrierend!

Du fragst dich: Wo fange ich also an, wenn ich mich beruflich verändern möchte? Wenn das Alte nicht mehr richtig ist, aber das Neue höchstens eine nebulöse Form am Horizont ist?


Ich hab einen Vorschlag, der das Ganze für dich vielleicht (hoffentlich!) einfacher und handhabbarer macht, denn als kreativer Mensch kennst du dich in dem Bereich gut aus! Betrachte die Situation mal aus folgender Sicht:

Du stehst am Anfang eines Gestaltungsprozesses
und bist dabei dein eigener AuftragGeber!


Was ist das Gestaltungsprojekt? Dein Berufsleben!
…und damit ein wichtiger Teil deines Lebens, denn mit deiner Arbeit verbringst du nunmal einen großen Teil deiner Zeit und Energie. Dein Anspruch an eine gute Gestaltung ist also mit Recht in diesem Bereich ziemlich hoch, das Briefing an dich selbst aber möglicherweise noch vage: Du möchtest eine Tätigkeit finden, die dir Freude bereitet und die du gleichzeitig als sinnvoll empfindest. Du möchtest einen Beitrag in dieser Welt leisten mit dem, was du gut kannst und erfolgreich in dem sein, was du tust. Dein Tun soll ein wichtiger Teil deines Lebens sein und gleichzeitig genug Freiraum für das Privatleben lassen, dass du dir wünschst…

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Ich kennen dieses Gefühl, das entsteht, wenn man so ein ambitioniertes und gleichzeitig noch vages Briefing für ein Projekt bekommt aus meinen mehr als fünfzehn Jahren im Design und der Innenarchitektur sehr gut. Besonders, wenn viel auf dem Spiel steht und man das Projekt toll findet: Es wird einem mulmig im Bauch, man spürt Angst aufsteigen, das Briefing nicht erfüllen zu können und gleichzeitig ist man motiviert und fasziniert von der Idee, dass man es schaffen könnte und was dann möglich wäre… Gedanken und Ideen fliegen hin und her und man will loslegen und gleichzeitig am liebsten weglaufen… stimmt’s?

Was hilft in dieser Situation? Meiner Erfahrung nach besonders zwei Dinge:

  1. Eine klare Struktur für den Gestaltungsprozess

  2. Der regelmäßigen Austausch mit Anderen

Ein klarer Prozess, an dem du dich entlang hangeln kannst gibt dir Halt und Orientierung. Durch die Arbeit in einem inspirierenden Team oder durch den regelmäßigen Austausch mit einem Mentor, Dozenten, Coach, Kollegen – also mit jemandem, der dich unterstützt und immer mal wieder aus einer neutralen Position mit Abstand auf die Dinge blickt – gewinnst du neue Klarheit, Inspiration und Motivation, wenn du alleine nicht weiterkommst.

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Heute geht es um den ersten Schritt in diesem Gestaltungsprozess, denn er ist sehr wichtig und bringt Ruhe in das Gedanken- und Ideenchaos. Auch wenn die Begriffe in den verschiedenen Gestaltungsdisziplinen variieren, so ist die Idee hinter diesem ersten Schritt immer die gleiche: Das betrachten, was gerade ist!


In der Innenarchitektur nennt man das, was schon da ist, den Bestand. Genau wie es also bei Umbauten und Renovierungen immer schon ein vorhandenes Gebäude mit einer eigenen Struktur und einer eigenen Geschichte gibt, hat auch jedes Leben einen ganz individuellen Bestand. Wenn du dein Berufsleben neu gestalten möchtest, sind dieser Bestand Du und dein bisheriges Leben!

Als erstes geht es noch gar nicht darum, neue Ideen und Entwürfe zu entwickeln, das ist noch viel zu früh!


Bevor es daran geht, etwas Neues zu entwickeln, ist es wichtig, diesen Bestand zu betrachten. Der erste Schritt bei der Neugestaltung deines Berufslebens ist es also, mit Aufmerksamkeit, Offenheit und Neugier das zu erforschen, was in deinem Leben gerade ist: Wie geht es mir gerade in meinen verschiedenen Lebensbereichen überhaupt? Wo läuft es gerade gut und wo bin ich zufrieden? Wo läuft es gerade nicht so gut und wie beeinflussen sich die Bereiche gegenseitig? Was prägt zur Zeit den Charakter meines Lebens? Wo besteht eigentlich gerade der größte Renovierungsbedarf?
Damit du diese erste Bestandsanalyse direkt machen kannst, habe ich ein Arbeitsblatt für dich erstellt, das du direkt ausdrucken und ausfüllen kannst.

Den Bestand deines aktuellen Lebens in Ruhe zu betrachten, hat einen großartigen Effekt:


Es ist sehr beruhigend, denn du kannst erst einmal nur beobachten. Du brauchst noch keine tollen Ideen zu entwickeln und musst noch nicht wahnsinnig kreativ sein (was ja auch immer mit einem gewissen Druck verbunden ist) , sondern kannst erst einmal betrachten, was gerade ist. Es ist eine kleine Übung in Achtsamkeit könnte man auch sagen und dass das beruhigend ist, ist inzwischen ja bekannt!

 
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… und jetzt nochmal short & sweet:

  1. Dein Berufsleben zu verändern ist ein Gestaltungsprozess mit dir selbst als Auftraggeber!

  2. Der erste Schritt bei jedem Gestaltungsprozess ist die Bestandsanalyse: Wo stehst du jetzt in deinem (Berufs-)leben?

  3. Um diese Frage genauer zu erkunden habe ich ein Arbeitsblatt für dich erstellt, das du hier ausdrucken und ausfüllen kannst.

Viel Freude damit!