Nutze deine Vorbilder als Inspirationsquelle bei einer beruflichen Neuorientierung

Was wünsche ich mir für mein Leben und für meine Arbeit eigentlich im Moment am meisten? Wo will ich in den nächsten Jahren beruflich hin? Was ist mir besonders wichtig: Sinn oder Sicherheit? Woran kann ich mich orientieren in dieser Phase der Unsicherheit und Veränderung?
Hast du dich nicht schon intensiv mit diesen Fragen beschäftigt, dann fallen dir spontan vielleicht gar keine Antworten ein, die sich stimmig anfühlen. In dem Fall hilft es dir, einen Blick auf deine Vorbilder zu werfen, denn sie sind ein guter Start bei der beruflichen Neuorientierung und deiner Suche nach deinen eigenen Wünschen für ein erfülltes Arbeitsleben!

 
 

Vorbilder sind Menschen, die wir bewundern und die wir ein bisschen beneiden: Sie haben oder tun etwas, das wir uns auch für unser Leben wünschen. Aus diesem Grund ist es wahnsinnig hilfreich zu schauen, wer diese Menschen sind und was genau es ist, das uns so magisch anzieht an ihrem Leben!

Auf meiner Liste an Vorbildern stehen zum Beispiel zwei Frauen gerade ganz weit vorne, eine ist real und die andere eine fiktive Figur, denn auch das ist erlaubt:

Mein erstes Vorbild ist Camilla Bunt, meine Interior-Design Dozentin am Surrey Institute of Art & Design in Farnham.

Wenn ich genauer beschreiben sollte, warum sie eines meiner Vorbilder ist, dann kommen mir unsere wöchentlichen Entwurfs-Besprechungen, die wir immer in kleinen Teams im Design-Studio auf dem Campus gemacht haben, in den Sinn:

Besonders beeindruckt hat mich damals schon (und ich habe es offensichtlich über viele Jahre im Gedächtnis behalten), wie Sie in jedem Entwurfs-Ansatz von uns Student*innen, auch wenn er mir noch so winzig, unausgereift, manchmal lieblos erschien, den interessanten Kern und eine gute Idee gesehen und mit uns zusammen herausgearbeitet hat.

Wir sind alle aus den wöchentlichen Entwurfs-Besprechungen super motiviert herausgegangen mit dem Gefühl, dass wir auf einem guten Weg mit unseren Entwürfen sind sind und jetzt Klarheit darüber haben, in welche Richtung(en) es weiter gehen kann.

Camilla hat einem nie das, was noch nicht gut war oder das, was noch fehlte, kritisch vor die Füße geworfen. Sie hat immer ganz wertschätzend das betrachtet, was wir schon erarbeitet hatten und jeden einzelnen von uns dadurch motiviert, an unseren Ideen weiter zu arbeiten, auch wenn wir vorher überhaupt nicht zufrieden mit uns und dem Stand unserer Arbeit waren.

Camilla Bunt hat also den ersten Platz auf meiner Vorbild-Liste sicher, weil sie eine Haltung gezeigt hat dabei, andere in ihrer gestalterischen Entwicklung zu unterstützen, die ich bewundere und die ich in der Zusammenarbeit mit meinen Coachees heute immer wieder auch an den Tag legen möchte.

Vielleicht erinnerst du dich auch an einen Lehrer, eine Lehrerin oder einen Dozenten, eine Dozentin, die du bewundert hast und die ein Vorbild sein können?

 
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Mein zweites Vorbild habe ich online gefunden, als ich zufällig die australische Serie "Miss Fisher’s Murder Mysteries" entdeckt habe. Was hat mich diese Serie und ihre lässige Protagonistin, Miss Phryne Fisher, in ihren Bann gezogen!

Phryne Fisher ist eine selbst ernannte “Lady Detective” im Melbourne der 1920er Jahre und abgesehen von ihrem Style (20er Jahre - da schlägt auch mein Designer-Herz höher) gibt es ein paar Eigenschaften, die ich an dieser Figur besonders schätze und was sie zu meinem Vorbild macht:

  • Sie ist eine intelligente und charmante Person, die sich nicht dafür entschuldigt, wer sie ist (nämlich eine extrem unabhängige Frau, die kein Interesse an Ehe und Familie im herkömmlichen Sinn hat), was sie tut (ein eigenes Business als Detektivin gründen, sich auffällig kleiden, eine goldene Pistole tragen, mit Männern ins Bett gehen, die ihr gefallen…) oder was sie hat (nach einer Kindheit in Armut ist sie durch den Krieg und eine Erbschaft zu Geld gekommen und zeigt das in ihrer Kleidung, ihrem teuren Auto, ihrem Haus…)

  • Sie kümmert sich nicht darum, dass sie keinen "offiziellen" Titel oder eine Ausbildung zur Detektivin hat und macht einfach das zu ihrem Beruf, was ihr Spaß macht und worin sie offensichtlich sehr talentiert ist und was ihr am Herzen liegt, nämlich die Welt ein Stückchen sicherer zu machen, indem sie Verbrecher zur Strecke bringt.

  • Sie kümmert sich um Menschen, die ihre Unterstützung brauchen, sieht deren Potenzial und traut ihnen mehr zu als sie sich selbst. Sie bringt sie dazu, über sich selbst hinaus zu wachsen, alleine weil sie ihnen vertraut und keinen Zweifel daran lässt, dass sie den Aufgaben und Herausforderungen gewachsen sind.

  • Sie reagiert auf die harten und erschütternden Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit (dem Verlust ihrer jüngeren Schwester und den Erfahrungen als Krankenschwester im1. Weltkrieg) nicht mit Verbitterung und Resignation. Im Gegenteil haben sie diese bitteren Erfahrungen gelehrt, das Leben zu schätzen und es aus vollen Zügen zu genießen, egal, was Andere über sie denken oder sagen. Das hat etwas Starkes und Kompromissloses, das aber durch eine Wärme und Herzlichkeit im richtigen Moment und gegenüber den Menschen, die sie wirklich brauchen, immer wieder abgefedert wird.

 
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Es ist manchmal leichter zu beschreiben, was wir an anderen Menschen bewundern, beneiden und toll finden, als die Wünsche für das eigene Leben klar zu benennen.

Daher fang doch einfach mal mit diesen beiden Fragen an, wenn du dich fragst, wie deine beruflichen Neuorientierung aussehen kann:

  • Erstelle eine Liste deiner Vorbilder

  • Frage dich, was genau du an ihnen bewunderst und um welchen Teile ihres Lebens du sie besonders beneidest

Du wirst durch diese kleine Übung schon viel genauer benennen können, was für ein Mensch du sein möchtest und was dir wirklich wichtig ist im Leben.

Dein Beruf ist eine wichtiger Teil deines Lebens und mit dem was du tust, kannst du einen wichtigen Beitrag auf dieser Welt leisten. Auf welche Art und Weise du das tun möchtest und welche Bereiche dich besonders interessieren, das verraten dir deine Vorbilder!

Viel Freude bei der Entdeckung deiner Vorbilder!

 
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