3 Ideen, die schwierige Entscheidungen einfacher machen!

 
Hilfreiche Ideen, Fragen und Methoden, die zu jedem Erste-Hilfe-Set bei schwierigen Entscheidungen gehören!
 

Ganz ehrlich: Mein Tag fängt meistens schon mit einer sehr schwierigen Entscheidung an. Soll ich jetzt aufstehen oder noch eine halbe Stunde im Bett liegen bleiben? Während ich darüber noch nachdenke, ist die Entscheidung dann in 90 % der Fälle bereits zu Gunsten der zweiten Option ausgefallen …

Laut Neil Pasricha („The Happiness Equation”) folgen darauf dann noch ungefähr 285 weitere Entscheidungen pro Tag und jede Entscheidung zapft an unseren Energiereserven. Seit ich das vor einigen Tagen gelesen habe, wundere ich mich also nicht mehr, dass ich manchmal schon um 9.30 Uhr erschöpft bin und dass das Internet voll ist mit Ideen und Tipps zur perfekten Morgen-Routine.

Routine = weniger unwichtige Entscheidungen = mehr Energie für die wesentlichen Dinge und die wichtigen Entscheidungen

Seitdem ich selbstständig arbeite und niemandem außer mir selbst Rechenschaft über meine Zeit schuldig bin, ist die Frage nach den Routinen meines Alltags besonders wichtig geworden. Unendlich viele Möglichkeiten seinen Tag zu gestalten bedeuten leider auch sehr viele Entscheidungen und die bedeuten sehr viel Stress!

Um dem nicht jeden Tag aufs Neue ausgeliefert zu sein, habe ich in den letzten Wochen ein paar gute Routinen für mich gefunden und in meine Woche integriert, z.B. mache ich meine Wochenplanung jetzt immer am Sonntagmorgen ganz in Ruhe bei einer schönen Tasse Kaffee.

Wenn das mit den Routinen also gut läuft, bleibt mehr Zeit und Energie für die schwierigen und wichtigen Entscheidungen, die uns immer mal wieder über den Weg laufen und ziemlich zermürbend sein können: Gebe ich meinen sicheren Job auf? Will ich eine Familie gründen? Bleibe ich in meiner Beziehung? Soll ich nochmal ins Ausland gehen? …

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man für manche schwierige Entscheidungen sehr sehr lange brauchen kann und weder Siri noch Google eine zuverlässige Antwort in petto haben, wenn man „Was soll ich tun?” in die Suche eintippt (ja, hab ich probiert …).

Mir sind bei meiner Beschäftigung mit der Frage „Should I stay or should I go?” im letzten Winter aber auch ein paar sehr hilfreiche Ideen, Fragen und Methoden begegnet, die jetzt zu meinem Erste-Hilfe-Set bei schwierigen Entscheidungen gehören:

1. Es hilft IMMER, Dinge aus dem Kopf heraus auf ein Stück Papier zu bringen

Ein guter erster Schritt ist es, einfach in 15-20 Minuten alle Gedanken zu dem Thema der anliegenden Entscheidung ohne Pause und ohne zu viel Nachdenken aufzuschreiben. Dann sind erstmal alle Gedanken raus aus dem Kopf auf das Papier geflossen und häufig findet man gegen Ende der Zeit ein bisschen mehr Klarheit zu seinem Thema. Ganz wichtig ist es, dabei wirklich keine Schreibpause zu machen und lieber den gleichen Satz 10 mal zu schreiben, als abzusetzen. Es soll ein intuitiver Gedankenfluss entstehen, kein strukturierter Aufsatz! 

Danach hilft es mir immer, alle Entscheidungsoptionen aufzuschreiben: Gibt es nur zwei Möglichkeiten, zwischen denen ich mich entscheiden kann, oder gibt es noch ein paar weitere Alternativen, wenn ich genau darüber nachdenke? Ich versuche immer mindestens 5 Alternativen zu finden und wenn ich die habe, gibt's eine spontane Punktewertung nach gefühlter Attraktivität der verschiedenen Möglichkeiten.

Die beiden Gewinner meines kleinen Attraktivitätswettbewerbs bekommen dann beide die gute alte Pro und Kontra Liste und danach ist es Zeit, erstmal den Stift weg zu legen und das Unterbewusstsein etwas arbeiten zu lassen …

2. Es gibt keine richtige Entscheidung, denn es sind gleich gute Optionen!

Als zweites empfehle ich den TED Talk von Ruth Chang zum Thema „Hard Choices".  Sie sagt, dass es nicht an uns liege, wenn wir uns so schwer tun, die richtige Entscheidung zu finden, denn bei schwierigen Entscheidungen gebe es eben keine „richtige" Wahl. (An der Stelle geht's mir immer schon ein bisschen besser!)

Am Ende, so ihre These, ist es an uns, eigene Gründe für unsere Entscheidung zu definieren und damit für uns zu definieren, welcher Mensch wir sein wollen und was für ein Leben wir führen möchten.

3. Ist es eine Entscheidung aus Angst oder eine Entscheidung aus Liebe?

Nach allen Listen und Optionen und bewerteten Alternativen ist es manchmal diese kleine Frage, die es dann plötzlich ganz einfach macht, eine schwierige Entscheidung zu treffen.

Letzten Winter habe ich mich einen Abend hingesetzt und drei Briefe geschrieben: einen aus der Sicht meiner Angst an mich, einen aus der Sicht meiner Neugier (das passte für mich besser als das Wort Liebe, im Grunde ist es aber die gleiche Idee) an mich und dann habe ich den beiden in einem dritten Brief geantwortet. Das klingt vielleicht komisch, aber ich habe die Briefe eben wieder aus meinem Schreibtisch geholt, habe sie gelesen und bin sehr gerührt von dem, was meine Angst und meine Neugier so zu sagen hatten und auch davon, was ich ihnen gesagt und versprochen habe.

Meine Angst wird immer mit an Bord sein, egal was ich tue und sie hat absolut ihre Daseinsberechtigung und auch sie will nur mein Bestes. Meine Neugier liegt mir aber mehr am Herzen und hatte in der Zeit davor ganz schön oft den Kürzeren gezogen. Mir hat es geholfen, den beiden in Ruhe zuzuhören und ihnen zu versprechen, dass sie und ihre Anliegen bei mir willkommen sind. Meine Neugier (oder Liebe zum Lernen, Wachsen und Entdecken von neuen Möglichkeiten) war aber in dem Fall mal an der Reihe damit, eine Entscheidung in ihrem Sinne von mir zu bekommen und das war letzten Endes dann plötzlich doch eine ganz einfache Entscheidung …